2008

In einem bekannten MMORPG, einem so genannten Multiplayer-OnlineRollenspiel vereinen sich zwei Gemeinschaften (genannt Gilden) zu einer neuen, genannt: "Die Bastion".

Nur ganz wenige kannten sich da schon, die meißten haben sich nie gesehen, wussten nicht, ob Mann oder Frau. Was zählte, war der Onlinecharakter. Ob Mensch, Gnom oder Zwerg. Ob Hexe oder Schurke, Druide oder Krieger. Es gab keine Sprachchats, man brauchte keine Sprachchats..

 

2009

Es geschah, was lange niemand für möglich hielt. Man wollte sich treffen. In der realen Welt.. von Angesicht zu Angesicht.

Ein unschuldiger, neutraler Campingplatz inmitten Deutschlands musste dafür herhalten und es war eine Offenbarung. Der Beginn einer neuen Zeit! Man kannte den Menschen hinter dem Charakter. Man erkannte, dass die Nachtelfe ein Kerl war. Ebenso die Hexe und die Schurkin. Man erkannte aber auch, dass erschreckend viele (echte!) Frauen der Gilde angehörten.. und dass das Durchschnittsalter Ende 20 lag. Was waren wir jung damals... und doch erstaunlich alt und reif für ein Online-Computerspiel. Wir waren Manager, Geschäftsinhaber, Angestellte des öffentlichen Dienstes. Wir waren Feuerwehr und Bundeswehr. Wir waren normale Menschen, wenn auch mit einem Hang zu Computerspielen. Und sind es geblieben!

2010

Nach dem ersten "RealLife" Treffen war allen klar: Das riecht nach Wiederholung! Und so war es kein Wunder, dass auch 2010 ein solches Treffen organisiert wurde. Doch dieses mal ganz anders! Eine Wiese vor einer Burgruine, geliehene mittelalterliche Zelte und Ausstattung. Der Beginn einer neuen Ära und eines neuen Hobbies. Es stellte sich heraus, dass manche schon Equipment hatten. Sie waren Liverollenspieler (LARPER) und verkörperten auch außerhalb eines Computerspieles fantastische Charaktere. Alle waren begeistert und man einigte sich auf Wiederholung des Ganzen.

2010-2015

Aus geliehenem Equipment wurde eigenes. Aus kleinen Zelten wurden riesige Ein- und Zweimast-Zelte. Aus leeren Zelten mit Luftmatraze wurden individuelle Kunstwerke mit Steckbetten aus Holz. Das Lager entstand und wuchs rapide an. Faktisch jedes Gildenmitglied investierte im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten: in mittelalterliche Kleidung. In Zelte, Baldachin, Holzregale, Tische und Stühle. Mit dem Equipment kamen neue Probleme. Reichten einst Kleinwagen samt Kofferraum, fuhren wir bald Kombies mit Anhängerkupplung oder gemietete Sprinter. Ein Ende ist nicht in Sicht. Und doch war das Equipment Eigentum jedes einzelnen oder des Paares. Konnte jemand nicht kommen, fiel auch immer ein Stück des Lagers weg.

Ferner vergrößerte sich die Larp-Gruppe der Gilde und erlebte Fantastisches. Auch organisierten und veranstalteten wir eigene Larps: Von uns, für uns. Es gründete sich eine DSA - Tabletop-fraktion und es kam was kommen musste. Man suchte nach Möglichkeiten, weiter und zielgerichteter zu wachsen. Wir wollten unabhängiger von Einzelnen und ihres individuellen Budgets werden.

2016

Zwischen 2015 und 2016 kristallisierten sich Ideen und Konzepte, einen Verein zu gründen. Finanziert durch Mitgliedsbeiträge sollte er in der Lage sein, derzeit noch in Privatbesitz befindliches Equipment im Laufe der Jahre in Vereinseigentum zu überführen sowie gemeinsam genutzte Dinge unabhängig von Einzelnen zu beschaffen. Beim alljährlichen Treffen in 2016 wurde der Gedanke laut ausgesprochen und eine allererste Version einer möglichen Satzung präsentiert. Man fasste den Entschluss, das weiter zu verfolgen. Viele, viele Fragen und Details mussten beantwortet oder ausgearbeitet werden. Wir alle waren im Job gebunden und niemand Rechtsanwalt oder kundig im Vereinsrecht/-leben. Externe, beratende Unterstützung half in diesen Monaten viel, uns auf die richtigen Bahnen zu bringen.

Ein erster Versuch der Vereinsgründung scheiterte im November 2016 aus Zeitgründen und der entsprechenden Zahl notwendiger Gründungsmitglieder. Anschließend wurde neu geplant und noch vieles verändert und ausgeklüngelt. Man vereinbarte einen neuen Termin in 2017.

2017

Wir schreiben das Jahr 2017, genauer gesagt den 11. Februar 2017. Vier Paare und damit 8 Gründungsmitglieder treffen sich in Niedersachsen. Alle Fragen sind geklärt und man ist vorbereitet. Dokumente stapeln sich auf dem großen Versammlungstisch und gemäß allen notwendigen Statuten und Vorschriften wird eine ordentliche Gründungsversammlung abgehalten. Es ist die Krönung eines langen Pfades zum Verein. Faktisch alles hat sich in den letzten Monaten mindestens einmal verändert. Eines jedoch stand von der ersten Minute an fest: Der Name des Vereins wird "Die Bastion" lauten. Eine Bezeichnung, die uns 2008 virtuell vereinte und deren Banner und Farben seither unsere Zelte und unser Lager bestimmen und schmücken. Doch ist der Weg erst am Anfang. Was er für uns bereithält, werden die nächsten Jahre zeigen.. doch der Anfang ist gemacht!